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„Kevin“ und „Chantal“: Gibt es wirklich typische Ost-Vornamen?

Es gibt auch heute noch kaum einen Comedian, der auf abgegriffene Witze über vermeintlich typische Ost-Vornamen verzichten würde: „Chantal“ und „Kevin“ bieten einfach zu viel Angriffsfläche und sind humoristisch mehrheitsfähig. Selbst unter Lehrern gelten Schüler mit solchen stereotypen Namen schnell als leistungsschwach. Doch gibt es sowas überhaupt, typische Ost-Vornamen? Und wenn ja, entsprechen sie tatsächlich den Klischee-Vorstellungen? Wenn man etwas recherchiert, ergibt sich ein ganz anderes Bild…

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Hinter den sieben Bergen. ? (@schneewitte_berlin) am Aug 24, 2018 um 12:49 PDT

Die Einheit von Ost und West – in Sachen Namensgebung

Wenn man einen Blick auf die Statistik wirft, wird schnell klar, dass keine fiktive „Namensgrenze“ zwischen Ost und West verläuft. Im Westen lauten die beliebtesten Vornamen für Mädchen Hanna, Leonie, Mia, Marie und Lena; bei den Jungs sind es Jonas, Paul, Felix, Finn und Leon. Im Osten da gleiche Bild: Hier heißen Mädchen oft Leonie, Hanna, Lena, Marie oder Nele, die Jungs Finn, Lukas, Jonas, Leon und Paul.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Petra Ruegen (@petra_ruegen) am Sep 21, 2019 um 11:30 PDT

Und diese Aufstellung berücksichtigt nicht nur die in diesem Millennium geborenen Babys, sondern sämtliche Jahrgänge seit dem Mauerfall!

Ein bundesweiter Trend amerikanischen Ursprungs

Es gab tatsächlich eine Zeit nach der Wende, in der der Name „Kevin“ im Trend lag. Allerdings nicht wegen der vermeintlich exotischen Verheißungen, die ein West-Name zu DDR-Zeiten mit sich brachte; und auch nicht regional auf den Osten begrenzt. In ganz Deutschland wurde der Name in den 90ern beliebt, und ausschlaggebend war der Erfolg von „Kevin allein zu Haus“. Macaulay Culkin war aber nun mal auch ein süßer Fratz.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Christiane Holzleitner (@christiane.holzleitner) am Okt 8, 2019 um 1:54 PDT

Auch wenn es im Osten vor der Wende eine leichte Tendenz zu englischstämmigen Namen gab – im Westen waren ähnliche Trends zu beobachten! Hier waren es slawische Namen, also typische Ost-Namen, die in Mode kamen, so etwa „Boris“ oder „Mira“.

Heißt du „Kevin“ und bist die dummen Sprüche leid? Was hältst du generell von Namensklischees? Sag uns deine Meinung in den FB-Kommentaren!