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Vergessener Kult: So „pflegst und fütterst“ du den Hermann-Teig richtig!

Erinnerst du dich noch an den Kult um den Hermann-Teig in den 80ern? Um einen etwas kruden Vergleich zu bemühen: Er war für uns so etwas wie das Tamagotchi der 90er. Passt nicht? Stimmt. Aber „füttern und pflegen“ waren auch hier Grundvoraussetzungen für’s Gelingen – man musste sich täglich um seinen Teig kümmern und ihn durch Zugabe von Mehl, Zucker und Milch „nähren“.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Sonja Kurten (@kuchenfee1316_familienkueche) am Mär 31, 2019 um 2:26 PDT

Wenn er fertig angesetzt war, teilte man ihn in vier Portionen auf. Aus der ersten wurde ein Brot oder ein Kuchen gebacken – und die Möglichkeiten, den leckeren Teig zu verarbeiten, waren schier endlos! Der zweite Teil wurde weiter gefüttert und gepflegt. Und die beiden letzten Teile wurden, zusammen mit einem Begleitschreiben, an Freunde verschenkt und so zum Perpetuum Mobile, denn man bekam von eben diesen Freunden ja auch wieder Hermann-Teig zurückgeschenkt!

Quelle: pinterest.com

Dieser Trend lebt schon seit einigen Jahren wieder auf. Solltest du noch nicht firm damit sein, haben wir hier eine Anleitung für dich: So „pflegst und fütterst“ du Hermann-Teig richtig!

So setzt du Hermann-Teig an

Vermische in einem verschließbaren Gefäß (Größe ca. 1,5 Liter, aber nicht aus Metall) 100 g Mehl mit 25 g Zucker und einem halben Päckchen Trockenhefe. Gib 150 ml lauwarmes Wasser dazu und verarbeite die Mischung mit einem Löffel (wiederum nicht aus Metall!) zu einem glatten Teig. Nun musst du das Gefäß verschließen und den Teig zwei Tage lang bei Zimmertemperatur gehen lassen. Anschließend kommt er in den Kühlschrank und gärt dort zwei weitere Tage. Einmal täglich musst du ihn umrühren.

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Dann beginnt das „Füttern und Pflegen“:

1. Tag: Füttern
100 g Mehl, 150 g Zucker und 150 ml Milch zum Teig geben und alles gut verrühren.

2. bis 4. Tag: Täglich einmal umrühren.

5. Tag: Wieder füttern:
100 g Mehl, 150 g Zucker und 150 ml Milch zum Teig geben und alles gut verrühren.

Vom 6. bis 9. Tag: Wieder kräftig durchrühren.

Teilen und lagern

Teile den Teig am zehnten Tag wie eingangs beschrieben auf. Deinen Freunden kannst du als Begleitschreiben eine Anleitung beilegen, zum Beispiel diese hier.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Marco Casella (@marcocasella01) am Jun 27, 2020 um 8:19 PDT

Das Irre ist: Wenn man sich richtig um den Teig kümmert, hält er theoretisch ewig! Du musst ihn aber nach den ersten beiden Tagen unbedingt gut verschlossen im Kühlschrank lagern. Dass sich Schaum bildet, ist ganz normal. Wenn du aber Schimmel siehst, entsorge den Teig auf jeden Fall! Du kannst „Hermann“ auch einfrieren und bis zu drei Monate lang im Tiefkühler aufbewahren – anschließend musst du ihn dann im Kühlschrank auftauen und dann erneut füttern.

Hast du deinen Freunden damals auch gerne Hermann-Teig geschenkt? Wollt ihr die Tradition wieder aufleben lassen? Sag es uns in den FB-Kommentaren!