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Diese Fakten über die „Westpakete“ kanntest du garantiert noch nicht!

Millionenfach gingen sie bis in die 80er Jahre hinein vom Westen auf die Reise in den Osten Deutschlands: Die sogenannten „Westpakete“. Darin enthalten war vieles, was die Bürger der DDR in ihrem Alltag vermissten, darunter zum Beispiel West-Schokolade und Röstkaffee. Von letzterem wurden nach neuestem Forschungsstand insgesamt über 12.000 Tonnen in den Osten verschickt – das entsprach für die ehemalige DDR einer Ersparnis von 20% der ansonsten nötigen Importe.

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Die „Westpakete“ haben dazu beigetragen, das allgemein bestimmende Bild von den „armen Ossis“ zu prägen, denen die Barmherzigkeit der BRD-Bürger zuteil wurde. Allerdings ist diese Geschichte unvollständig – das sagt zumindest Konstanze Soch, Historikerin aus Magdeburg, in ihrer Doktorarbeit.

Reger Austausch zwischen Ost und West

Soch stellte im Laufe ihrer Recherchen fest, dass es mitnichten nur Wessis Pakete in den Osten geschickt haben. Umgekehrt war es genau so! Zwar nicht im gleichen, aber doch in nennenswertem Umfang. Dieser Umstand war den Verantwortlichen in Politik und Exekutive natürlich bewusst, weshalb eine zweite Einsicht Sochs nicht allzu überraschend klingt.

Nicht nur der Spionageabwehrappart der DDR hat Pakete kontrolliert – auch im Westen wurden Sendungen aus dem Osten häufig und intensiv unter die Lupe genommen. Dies geschah vor allem am Postknotenpunkt Braunschweig-Hannover. Das Perfide daran war, dass die West-Kontrolleure sich nicht einmal die Mühe machten mussten, die Spuren der Kontrolle zu kaschieren. Sie wussten ja, dass die Empfänger ohnehin davon ausgehen würde, dass Staatsdiener der DDR dafür verantwortlich waren.

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Jeder musste ran

Eine weitere interessante Erkenntnis Sochs: Nicht nur Stasi-Leute waren auf DDR-Seite mit dem Prüfen von Paketen befasst. Auch Studenten, Auszubildende sowie ganz normale Postmitarbeiter wurden Soch zufolge zur Hilfe gezogen, insbesondere in Zeiten von hohem Postaufkommen. Nicht jeder konnte das mit seinem Gewissen vereinbaren…

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Spätestens Ende der 80er Jahre kam das System jedoch an eine Belastungsgrenze: Während Pakete früher stolze vier bis sechs Wochen bis zur Zustellung unterwegs waren, benötigte die Post dafür gegen Ende der 1980er nur noch 12 bis 24 Stunden. Daher mussten die DDR-Beamten Röntgengeräte für’s Durchleuchten zum Einsatz bringen.

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Bist du im Osten aufgewachsen und erinnerst dich noch an die „Westpakete“? Habt ihr auch Pakete zurück in den Westen geschickt? Erzählt uns eure Anekdoten in den FB-Kommentaren!