Liebe früher heute
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Nichts ist mehr, wie es mal war: Die Liebe früher und heute!

Alles ist in Bewegung und verändert sich ständig weiter – und manchmal auch zurück. Die Möglichkeiten, die wir heute haben und die Freiheiten die wir genießen – sei es die Freiheit von familiären Konventionen, finanzielle Freiheit oder ein hemmungsloses Liebesleben – hatte noch keine Generation vor uns. Wir schätzen es, unsere Unabhängigkeit auszuleben, dahin zu reisen, wo wir wollen, die Menschen zu lieben, die wir wollen und jede Menge Spaß zu haben ohne uns ständig festlegen zu müssen.

Denn die Welt ist voller Möglichkeiten, und wir haben den Luxus der Wahl – und wer weiß schon, was der Morgen bringt?! Manch einer würde sagen, dass „früher alles besser“ und vielleicht auch einfacher war, denn je mehr uns angeboten wird, desto schwerer fällt es uns, sich auf irgendwas oder irgendwen festzulegen. Das gilt auch für unser Liebesleben, denn auch hier könnte ja (gefühlt) jeden Augenblick noch etwas Besseres um die Ecke kommen.

Das wäre vor 100 Jahren absolut undenkbar gewesen, denn wenn man sich einmal für einen Partner entschieden hatte, dann blieb man auch dabei – und kämpfte für seine Liebe. Natürlich war früher nicht alles besser, denn auch heute gibt es jede Menge Beziehungen, die für die Ewigkeit gemacht sind und in denen beide Partner hart dafür kämpfen, dieses Ziel auch zu erreichen – aber nichtsdestotrotz hat sich einiges verändert. Hier sind 5 Beispiele, wie wir früher geliebt haben – und wie wir heute lieben.

#1 Die Prioritäten haben sich verändert

Früher hat man, wenn man jemanden kennengelernt hat, der / die einem gefällt, meistens nicht lange gefackelt – und sich verliebt, verlobt und verheiratet – und eine Familie gegründet.

Heute fragen wir uns beim Kennenlernen immer zuerst, ist sie/ er die/ der Richtige? Was ist, wenn es gar nicht meine große Liebe ist – und da noch jemand auf mich wartet, die/ der viel besser zu mir passt, besser aussieht, erfolgreicher ist…? Und, die größte Frage überhaupt: Bin ich gerade bereit für eine Beziehung? Wir analysieren hin und her, können oder wollen uns nicht festlegen – und sind innerlich immer auf der Suche nach einem/ einer noch besseren Partner/in .

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#2 Die Streitkultur hat sich verändert

Früher hat man sich noch um wichtige Dinge gestritten, und sich dann wieder vertragen und sich versichert, dass alles in Ordnung ist und es nur ein harmloser Streit war. Dann hat man über das Problem geredet und gemeinsam nach einer Lösung gesucht.

Heute streiten wir uns, als wäre es immer der Fehler des Anderen. Wir lassen den/die Partner/in schmoren und versuchen ihm/ ihr eine Lektion zu erteilen, in dem wir zum Beispiel nicht auf Anrufe oder Nachrichten reagieren – um der Person zu zeigen, dass sie so nicht mit uns umspringen kann. Außerdem denken wir ständig, so etwas würde uns mit einem anderen Partner/ Partnerin bestimmt nicht passieren – und sind auch hier innerlich immer auf der Suche nach jemandem, der/ die weniger „dramatisch“, „chaotisch“ oder was auch immer, und dafür zuverlässiger, erfolgreicher und besser aussehend. Kurzum: Jemand, mit dem alles harmonischer ist.

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#3 Die Kommunikation hat sich verändert

Früher waren Paare meistens ehrlich miteinander, haben dem/der Partner/in gezeigt, dass sie geliebt wird, ihm/ihr Komplimente gemach, seine/ihre Fehler akzeptiert und sich selbst auch mal zurückgestellt – nur um dem/der Partner/in eine Freude zu bereiten. Sie haben verstanden, dass eine „perfekte“ Beziehung nicht existiert und, dass eine Beziehung manchmal harte Arbeit und oft nicht einfach ist. Aber sie wussten auch, dass es sich lohnt dafür zu kämpfen und gemeinsam eine Zukunft aufzubauen – denn das Glück der Familie galt immer als oberste Priorität. Wenn damals der/ die Liebste angerufen hat, ist man immer ran gegangen – und wenn man den Anruf verpasst hat, dann hat man umgehend zurückgerufen, denn es könnte ja wichtig sein. Und ein „Ich liebe Dich“ am Telefon zu hören – das war ein wirklich schönes Gefühl.

Heute macht man sich oft Sorgen darüber, wie man von dem/der Partner/in wahrgenommen wird. Man möchte unbedingt seine Unabhängigkeit vom Partner/in demonstrieren – und auf gar keinen Fall bedürftig erscheinen. Da kann es auch schon mal passieren, dass man erst nach ein paar Stunden eine Antwort auf die Anrufe / Whatsapp-Nachrichten des Partners/ der Partnerin gibt – oder gar nur kurz ein Emoji schickt, um seine Gefühle mitzuteilen. Und ein „Ich liebe Dich“ ist in heutigen Zeiten auch nicht mehr das, was es einmal war. Spätestens seit dem McDonalds-Claim „Ich liebe es“ ist „Liebe“ ein Wort, das man gerne in jedem wichtigen und unwichtigen Zusammenhang verwendet („Ich liebe es zu reisen, ich liebe dieses Auto, ich liebe dieses Bild, ich liebe dies, ich liebe das…“). Dadurch ist es leider verwaschen und nicht mehr so wahrhaftig, wie es einmal war. Denn früher stand das Wort „Liebe“ einfach nur für das Gefühl von einem Menschen für einen anderen Menschen – und sonst nichts.

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#4 Die Spaßkultur hat sich verändert

Früher stand die Familie immer an erster Stelle – und für den Zusammenhalt wurde hart gekämpft. Denn wenn man sich für eine Person entschieden hatte, mit der man den Rest seines Lebens verbringen wollte, dann war man treu und hingebungsvoll. Männer waren echte „Kerle“ und Frauen durften auch mal „zickig“ oder „etwas schwierig“ sein – und wurden trotzdem geliebt. Man wusste damals, dass es keine „Perfektion“ gibt – und dass das Schöne oft in den kleinen Fehlern des/ der Anderen liegen. Man hatte gemeinsam Spaß mit dem Partner und der Familie, oder natürlich auch mit Freunden, aber man ist abends immer wieder zu seinen Liebsten zurückgekehrt.

Heute können und wollen wir uns oft nicht festlegen und möchten einfach nur Spaß haben – denn wer weiß schon, was morgen ist?! Wir verbringen unser Singleleben (und manchmal auch unsere Beziehungen) oft auf Partys mit fremden Menschen und haben Spaß daran, mit möglichst vielen Menschen flirten, herumzumachen und ihnen dann das Herz brechen, weil wir doch keine Beziehung wollen – oder schon in einer Beziehung sind, in der uns aber etwas fehlt. Es ist uns egal, wenn wir hin und wieder mal neben einem fremden Menschen aufwachen, mit dem wir die Nacht verbracht haben, über den wir nichts wissen und uns dann klammheimlich davonstehlen, um bloß nicht mit der Person zu frühstücken oder gar mit ihr reden zu müssen. Wir wollen uns ja auf keinen Fall jetzt schon auf einen Menschen festlegen, denn wer weiß, ob da nicht noch etwas Besseres kommt? Oder wir bleiben einfach Single, weil der Spaß in einer Beziehung ja bekanntlich oft aufhört…

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#5 Die Romantik hat sich verändert

Früher:

Ein Blick von deinen Augen in die meinen,
Ein Kuß von deinem Mund auf meinem Munde,
Wer davon hat, wie ich, gewisse Kunde,
Mag dem was anders wohl erfreulich scheinen?
Entfernt von dir, entfremdet von den Meinen,
Führ ich stets die Gedanken in die Runde,
Und immer treffen sie auf jene Stunde,
Die einzige; da fang ich an zu weinen.
Die Träne trocknet wieder unversehens:
Er liebt ja, denk ich, her in diese Stille,
Und solltest du nicht in die Ferne reichen?
Vernimm das Lispeln dieses Liebewehens;
Mein einzig Glück auf Erden ist dein Wille,
Dein freundlicher, zu mir; gib mir ein Zeichen!
(Johann Wolfgang von Goethe)

Heute:

Eine Liebes-SMS am frühen Morgen,
erfreut das Herz den ganzen Tag.
Sie vertreibt Dir Deine Sorgen,
es schreibt Dir jemand der Dich mag!
(Unbekannt – http://liebessinn.de)

Wie hat sich der Umgang mit der„Liebe“ aus eurer Sicht noch verändert? Teilt eure Meinungen in den Kommentaren!

 

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