9live Verarsche
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Moderator packt aus: So wurden wir jahrelang bei 9live ausgetrickst!

Hand aufs Herz – was macht man so des Nachts, wenn man nicht schlafen kann und anfängt, Schäfchen zu zählen? Genau, man macht den Fernseher an. Und wenn du das vor 2011 getan hast, dann kann es sein, dass du beim Zappen ganz zufällig bei 9live vorbeigekommen bist. Und vielleicht – ganz zufällig natürlich – hast du den Sender angelassen, und dabei die wunderlichsten Dinge erlebt. Tiere mit „S“? Das müssen doch Stirnlappenbasiliken sein, nicht wahr? Wer wäre nicht von allein draufgekommen? Fragwürdige Gewinnspiele gehörten bei 9live zum guten Ton. Der ehemalige 9live-Moderator Max Schradin hat diesbezüglich aus dem Nähkästchen geplaudert und erzählt, wie die Zuschauer bei dem TV-Sender hinters Licht geführt wurden.

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Nie fingierte Anrufe

So gab es unter anderem das Gerücht, dass die Anrufe an den Sender nicht echt gewesen seien und dass es somit nie zu Auszahlungen kam. Ex-Moderator-Schradin kommentiert empört: „Dazu muss ich klar sagen: Das ist Scheiße! Das muss ich ganz klar sagen: Das war niemals so. Also es gab nie fingierte Anrufe, die was gewonnen haben. Es hat keiner etwas geduldet, was nicht richtig war. Das Ding läuft in Deutschland nicht fast zehn Jahre, wenn es Betrugsfernsehen wäre und die Leute kein Geld bekommen würden. Der erste Anrufer, der keine Kohle bekommt, hätte vielleicht noch den Mund gehalten. Der Zehnte vielleicht auch. Aber beim Hundertsten doch nicht mehr. Das wäre doch rausgekommen.“

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„Leute, irgendwann muss das jetzt hier mal zu Ende sein“

Gut, das hätten wir also geklärt. Doch wie sah es mit dem berühmten „Hot Button“ aus? Ging da wirklich alles mit rechten Dingen zu? Laut dem Moderator war dies durchaus der Fall. Trotzdem fand er nicht alles gut, was bei 9live abging: „Es gab Spiele, die sind zehn Stunden gelaufen und das war ein Unding. Mal ganz im Ernst: 9Live war ein Wirtschaftsunternehmen, und wenn man dann ein Spiel hatte, in das die Zuschauer komplett vernarrt waren – die Leute haben angerufen und angerufen, weil sie das Spiel geil fanden – und der Moderator dann sagt: ‚Also Leute, irgendwann muss das jetzt hier mal zu Ende sein‘, dann hat der Moderator nicht gelogen. Die Anruferzahlen sind aber exorbitant hoch und du machst in der Minute was weiß ich wie viele 10.000 Euro Umsatz, dann kommt kein Geschäftsführer dieser Welt und sagt: ‚Wir beenden das jetzt. Wir lassen das jetzt bleiben und verzichten erstmal auf 20.000 Euro, 25.000 Euro, 30.000 Euro 50.000 Euro, vielleicht 100.000 Euro, die das Spiel in den nächsten Stunden noch gebracht hätte.‘

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Letztendlich hätten die übertrieben langen Spiele, die eigenartigen Lösungen á la Stirnlappenbasilisk und der reine Fokus auf den Umsatz statt auf die Wünsche der Zuschauer, den Sender zu Fall gebracht. Max Schradin bereut seine Arbeit bei 9live jedoch nicht und ist sich sicher, dass er viel bei dem Sender gelernt hat.

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Erinnerst du dich noch an die Eskapaden bei 9live? Hast du jemals bei dem Sender angerufen, um mitzuspielen? Dann sag‘ es uns in den Kommentaren!

 

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