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Schule & Lernen früher und heute: 9 Dinge, die heute besser sind als früher!

In Zweier-Reihen in die Klasse gehen, aufstehen, sobald die Lehrkraft die Klasse betritt und einen Eintrag ins Klassenbuch erhalten, wenn man sich danebenbenommen hat – manche Dinge sind so Old School, dass sie am besten genau dort bleiben, wo sie herkommen. Nämlich in der Vergangenheit. Zugegeben, auch heute gibt es einiges, das Schüler und Eltern nervt. Dennoch ist es Fakt, dass vieles in Sachen Schule und Lernen heute besser ist als früher.

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Eine unbequeme Schulbank und tonnenweise Bücher – so sah lernen früher aus.

#1 Abitur war früher die Ausnahme

Ungefähr bis 1960 gingen nur wenige Kinder zum Gymnasium. Mehr als zwei Drittel aller Kinder besuchte die Volks- oder Hauptschule, um anschließend eine Ausbildung zu machen. Nur rund 15 % aller Schüler erreichte das Abitur, um später zu studieren. Das hat sich inzwischen stark gewandelt. Heute wechseln mehr als 40 Prozent aller Grundschüler zum Gymnasium. Die Durchfallquote liegt heute zwischen 2 und 4 Prozent.

#2 Frontalunterricht vs. Homeschooling

Langweiliger Frontalunterricht war früher an der Tagesordnung: Gedichte auswendig lernen, Geschichtszahlen pauken und auf Abruf runterrasseln können. Gott sei Dank ist inzwischen ein neues Verständnis in punkto Pädagogik und Lehrstoffvermittlung erwacht. Nicht zuletzt forciert durch das Krisenjahr 2020, in dem Kinder praktisch von heute auf morgen zum Homeschooling verdammt wurden, machen Lehrer sich Gedanken über die Vermittlung des Lehrstoffs auf Distanz. Unsere Kinder sitzen daheim am PC, lernen den verantwortlichen Umgang mit dem Internet, recherchieren auf eigene Faust mit dem Smartphone, organisieren Video-Konferenzen und bereiten selbstständig Präsentationen vor. Dadurch werden sie zu mehr Eigeninitiative erzogen und sie eignen sich dabei fast nebenbei hilfreiche Techniken an, um den aktuellen Lehrstoff selbstständig zu bewältigen.

#3 Ergonomischer Schreibtisch statt Küchentisch

Früher war der Platz für die Hausaufgaben am Küchentisch, bestenfalls an einem Tisch im Esszimmer, schlimmstenfalls kniend an einem viel zu niedrigen Wohnzimmertisch. Viele Kinder hatten keinen eigenen Schreibtisch und mussten sich deshalb mit dem behelfen, was da war. Heute sind Kinderschreibtische, wie hier bei betten.de zusammengestellt, in der richtigen Höhe in nahezu jedem Kinderzimmer zu finden. Dort können Schülerinnen und Schüler ihrer Hausaufgabe sorgfältig und in Ruhe erledigen. Auch die Kleinsten freuen sich über einen eigenen Tisch, der zum Basteln und Malen einlädt. Schreibtische, die höhenverstellbar sind und deshalb buchstäblich mitwachsen, sorgen dafür, dass jedes Kind ergonomisch korrekt sitzt. Das fördert die Leistungsfähigkeit und hat damit indirekt Einfluss auf die Schulnoten.

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Heue sitzen Kinder vor dem PC, um per Videokonferenz mit Lehrern und Mitschülern zu kommunizieren

#4 Technische Ausrüstung statt Kreidetafeln

Heutzutage ist eine Schule ohne Laptop, Tablet oder Flipchart gar nicht mehr denkbar. Moderne Technik in Schulen war früher – abgesehen von einigen Fernsehgeräten zu gelegentlichen Vorführungen – die absolute Ausnahme. Vor gut 100 Jahren nutzten Schüler sogar noch kleine Kreidetafeln und wischten ihre Übungen nach getaner Arbeit wieder aus. Danach kamen die Schulhefte, die zumindest die schriftlichen Bemühungen konservierten. Heute arbeiten an vielen Schulen Schüler digital und kommunizieren untereinander per Smartphone. Lehrer richten Online-Chats für ihre Klassen ein, schicken Noten per E-Mail und laden zur Video-Konferenz per App ein. Die Technik vereinfacht vieles und erfordert gleichzeitig ein hohes Maß an technischem Verständnis. Schüler von heute wachsen auch durch die veränderte technische Grundausstattung an Schulen in die digitalisierte Welt hinein.

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Die Kreidetafel war früher als Schreibunterlage typisch.

#5 Breite Fächerauswahl statt Pflichtprogramm

Deutsch, Mathe, Religion und Musik – das Fächerangebot an Schulen war lange Zeit stark eingegrenzt. Heute sind die Bildungsmöglichkeiten viel breiter aufgestellt. Das Konzept sieht vor, dass bestimmte Grundfächer vermittelt werden, ergänzend lassen sich Wahlfächer oder AGs, Projektgruppen und andere Aktivitäten dazu nehmen. Was früher nicht vorstellbar war, ist heute an der Tagesordnung. So können Kinder viele verschiedene Dinge ausprobieren und ihre Talente und Begabungen früh entdecken und entwickeln.

#6 Fleißkärtchen für gute Schüler sind passé

Früher gab es Fleißkärtchen, bis weit in den 1990 er Jahre war das typisch für Lehrer der alten Schule. Ein Fleißkärtchen diente als Belohnung für besonders gute Leistungen bei Schülern. Auf dem Fleißkärtchen gab es entsprechende Sprüche, wie zum Beispiel „für das fleißige und gehorsame Mädchen“. Inzwischen gibt es diese Fleißkärtchen nicht mehr, denn die pädagogischen Schwerpunkte haben sich stark verschoben. Gehorsam und Fleiß sind zugunsten von Kreativität und Teamfähigkeit gewichen. Grundschulkinder lieben dennoch Belohnungen, die erhalten sie aber nicht mehr durch Fleißkärtchen, sondern beispielsweise durch Sticker und Sternchen, die Lehrer als Zeichen der Anerkennung ins Heft kleben.

#7 Inklusive Schulen sind auf dem Vormarsch

Bis weit in die siebziger Jahre hinein konnten Kinder mit körperlicher oder geistiger Einschränkung keine allgemeinbildende Schule besuchen. Damals waren die Schulformen getrennt und es gab Sonderschulen. Heute wird der Ansatz der Inklusion verfolgt, wenn auch das Konzept stark ausbaufähig ist. In inklusiven Schulen arbeiten pädagogisch speziell ausgebildete Lehrkräfte, um betroffene Mädchen und Jungen gezielt zu fördern. Hintergrund von inklusiven Schulen ist, dass sie die Vielfältigkeit unserer Gesellschaft in den Mittelpunkt rückt. Jeder soll gleichberechtigt am allgemeinen Schulunterricht teilnehmen dürfen und damit Teil der Gemeinschaft und der Gesellschaft sein.

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Gemeinsam als Team agieren ist ein wichtiges Learning, das Schüler in der Schule lernen.

#8 Ansprechpartner bei Problemen oder strenger Lehrer ohne Gnade?

Körperliche Züchtigung war früher an der Tagesordnung. Mir Rohrstock oder Lineal schlugen Lehrer ihren Schülern auf den Po oder auf die Finger. In Bayern wurde die körperliche Strafe in Schulen erst 1980 verboten! Das ist gar nicht so lange her. Während Lehrer sich früher Respekt durch Strenge verschafften, kennzeichnet Lehrer heute ein freundschaftliches Profil. Früher hatten Schüler ein mulmiges Gefühl, wenn sie ihren Lehrer außerhalb der Schule trafen. Heute grüßen sie ihn gerne, weil das Verhältnis besser ist. Lehrer von heute wollen helfen, statt zu bestrafen und sie positionieren sich als Vertrauensperson. Insbesondere in Familien, in denen Kinder keinen feste Tagesstruktur haben, schlüpfen Lehrer in die Rolle einer Bezugsperson. So entstehen hilfreiche Verbindungen zwischen Lehrern und Schülern, die weit über die Vermittlung von Lehrstoff hinausreichen können.

#9 Höchstens 30 Schüler einer Stufe statt mehrerer Klassen in einem Raum

Früher saßen manchmal bis zu 100 Schüler aus verschiedenen Klassen und mehrerer Altersstufen in einem Raum zusammen. Die Trennung nach Altersgruppen kam erst viel später. Auch wenn es heute manche Schulen gibt, die in einer Klasse Schüler von zwei Stufen unterrichten, liegt der Hauptschwerpunkt darauf, die Altersstufen auch im Hinblick auf das Lernniveau zu separieren. Auf diese Weise können sich Lehrer gezielt um passenden Lehrstoff und dessen Vermittlung kümmern.